In den letzten Jahren sind eine Reihe von Initiativen entstanden, die sich das Ziel gesetzt haben, die Rekrutierung von Kindern zu verhindern. Hinzu kommen internationale Vereinbarungen, die Kinder in bewaffneten Konflikten vor Übergriffen besser schützen sollen. terre des hommes engagiert sich auf internationaler Ebene in verschiedenen Initiativen.
»International Coalition to Stop the Use of Child Soldiers« und die deutsche Koordination
Die Rekrutierung von Kindern und ihr Kriegseinsatz ist Kindesmissbrauch! Die »International Coalition to Stop the Use of Child Soldiers«
(CSC)ist eine Kampagne, die sich gegen die Rekrutierung von Kindern als Soldaten richtet. Darüber hinaus setzt sich die Kampagne für die Entlassung, Rehabilitation und Reintegration von Kindersoldaten ein. Die »International Coalition to Stop the Use of Child Soldiers« wurde 1998 gegründet. In der Koalition arbeiten weltweit Nichtregierungsorganisationen, UN-Unterorganisationen und Experten zum Thema Kindersoldaten zusammen. Die Anliegen der »International Coalition to Stop the Use of Child Soldiers« werden seit Ende 1999 in Deutschland von der »Deutschen Koordination Kindersoldaten« vertreten. In ihr arbeiten verschiedene Menschenrechtsorganisationen und Hilfswerke wie terre des hommes und zusammen. terre des hommes-Mitarbeiter Ralf Willinger, ist Mitglied im Steuerungskomitee der »International Coalition to Stop the Use of Child Soldiers«.
In der Deutschen Koordination Kindersoldaten arbeiten zusammen:
Die »International Coalition« informiert regelmäßig über ihre Aktivitäten in einem Newsletter, den Interessierte kostenlos beziehen können. Mehr dazu finden Sie auf unserer Informationsseite.

Die zentrale Forderung der »International Coalition to Stop the Use of Child Soldiers« lautet: Niemand, der das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, soll angeworben, zwangsweise rekrutiert oder in Feindseligkeiten eingesetzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um reguläre oder irreguläre Streitkräfte und bewaffnete Gruppen handelt. Die Forderung konnte bei den Verhandlungen um das Zusatzprotokoll nicht durchgesetzt werden. Trotzdem unterstützt die Coalition to Stop the Use of Child Soldiers die Verbreitung des Zusatzprotokolls, da der Standard gegenüber der Kinderrechtskonvention erheblich verbessert werden konnte.
Im Jahr 1996 befassten sich die Vereinten Nationen mit einer Studie über die Auswirkungen von bewaffneten Konflikten auf Kinder
. Der Bericht wurde von der mosambikanischen Expertin Graca Machel in Zusammenarbeit mit Regierungen Menschenrechts- und Hilfsorganisationen erstellt. Auch terre des hommes beteiligte sich dran. Die vielbeachtete Studie wurde unter dem Namen »Graca-Machel-Studie« bekannt und dient seither auf internationaler Ebene als Referenzwerk für die Befassung mit dem Thema. Mittlerweile liegt auch eine Fünfjahresbilanz von Frau Machel
vor.
Ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen den Missbrauch von Kindern in bewaffneten Konflikten ist die UN-Kinderrechtskonvention. Die UN-Kinderrechtskonvention, die von 191 UNO-Ländern ratifiziert wurde, nennt ein Mindestalter von 15 Jahren für die Rekrutierung von Soldaten. Da diese Altersgrenze von vielen Staaten und der »Coalition to Stop the Use of Child Soldiers« als zu niedrig angesehen wurde, beschloss die UNO – Generalversammlung im Mai 2000 ein Zusatzprotokoll über die Beteiligung von Kindern in bewaffneten Konflikten, das am 12. Februar 2002 in Kraft trat. Dieses Zusatzprotokoll wurde bisher (Nov. 2003) von 64 Staaten ratifiziert.
In dem Dokument verpflichten sich die Unterzeichnerstaaten, keine Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren als Soldaten einzuziehen. Ebenso wichtig ist in diesem Zusammenhang der neue Internationale Strafgerichtshof
mit Sitz in Den Haag. Wer Kinder unter 15 Jahren rekrutiert und in den Krieg schickt, kann nach dem Statut des Gerichtshofes als Kriegsverbrecher verurteilt werden.
Die wesentlichen Regelungen des Zusatzprotokolls:
Neben der UN-Kinderrechtskonvention und dem Zusatzprotokoll »Kindersoldaten« konnten in den letzten Jahren wichtige Maßnahmen gegen die Rekrutierung von Kindern durchgesetzt werden. Dazu zählen:
Alle diese Beschlüsse der UN weisen in die richtige Richtung. Angesichts des massenhaften Kinderelends in Kriegsgebieten geschieht aber noch immer zu wenig, um den Betroffenen wirksam zu helfen und neues Elend zu verhindern.